FB 3 Erziehungs- und Kulturwissenschaften

Institut für Evangelische Theologie


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Eröffnungsveranstaltung des Graduiertenkollegs der drei Theologien an der Universität Osnabrück

Volk Fotolia  Nr.;  © Foto machart, Bremen

Ökumenischer Hochschulgottesdienst
Wintersemester 2018

Kanzelrede: Prof. Dr. Oliver Dörr European Legal Studies Institute Universität Osnabrück Sonntag, 16. Dezember, 18:00 Uhr, Katharinenkirche

 

 

pixnio.com / Schreibwerkstatt

Liebe Studierende,


herzliche Einladung zur Schreibgruppe der Doktorierenden und Studierenden der Evangelischen Theologie! Es gibt zahlreiche Gründe, warum sich das eigene Schreiben schwierig gestalten kann: Blockaden hemmen den Schreibfluss, man wird dauernd vom Schreiben abgelenkt oder findet einfach nicht die Zeit, um sich an den Schreibtisch zu setzen. Die Schreibgruppe bietet hier Abhilfe! Wir treffen uns jeden Dienstag um 9 Uhr in der Bibliothek (11/107) um nach einem festen Schema (2 - 7 - 2 x 45) zu schreiben. Die Gruppe steht primär Master-Studierenden offen, die ihre MA-Arbeit schreiben, generell aber auch allen anderen Studierenden, die an einer schriftlichen Arbeit sitzen. Bei Interesse oder Fragen können Sie mir gerne eine E-Mail schreiben (Florian.Oepping@uos.de) oder Sie tragen sich einfach in die Stud.IP-Gruppe ein.

Herzlich Willkommen!

4. Graduierten-Nachmittag der drei Theologien zum Thema „Schöpfung und Evolution – Gegner, Fremde oder Partner?“

Am Mittwoch, 17. Oktober 2018 fand unter dem Thema „Schöpfung und Evolution – Gegner, Fremde oder Partner?“ der vierte Graduierten-Nachmittag der drei Theologien der Universität Osnabrück statt. Insgesamt 15 Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler der drei theologischen Institute kamen zusammen, um das Verhältnis von Schöpfungsglauben und Evolutionstheorie aus evangelischer, muslimischer und katholischer Perspektive miteinander zu diskutieren.

Impulse für die Diskussion bildeten die Vorträge von Dr. Silvia Horsch (Institut für Islamische Theologie), Dipl.-Theol. Corinna Klodt (Institut für Evangelische Theologie) und Farina Dierker M.A. (Institut für Katholische Theologie).

Silvia Horsch stellte in ihrem Vortrag unter dem Titel „Muslimische Reaktionen auf die Evolutionstheorie“ heraus, dass die muslimische Debatte um die Evolutionstheorie von einer unzureichenden Kommunikation zwischen Religionsgelehrten und Naturwissenschaftlern sowie der Belastung durch die Kolonialgeschichte gekennzeichnet sei, die eine starke Emotionalisierung der Debatte zur Folge habe.. Die muslimischen Positionen zur Evolutionstheorie seien sehr unterschiedlich: Aus kreationistischer Sicht ist eine evolutive Entwicklung nur innerhalb einer Art, nicht aber artübergreifend möglich. Eine theistische Interpretation der Evolution hingegen geht davon aus, dass die Arten von Gott in einem evolutionären Prozess erschaffen wurden. Der größte Streitpunkt ist dabei die Entstehung des Menschen. Befürworter der Evolutionstheorie in muslimischer Perspektive beziehen sich z.B. auf die Sure 32:7-9 und verstehen die Erschaffung des Menschen in Stufen als einen evolutionär deutbaren Prozess. Insgesamt wird die Frage der Evolution stärker als exegetische denn als dogmatische Frage diskutiert.

Aus evangelisch-theologischer Perspektive setzte sich Dipl.-Theol. Corinna Klodt unter dem Titel „Wer hat Angst vor der Evolutionstheorie? Systematische Überlegungen zur Vereinbarkeit von Evolutionstheorie und christlichem Glauben“ mit der angenommenen Unvereinbarkeit von Schöpfung und Evolution und deren Überwindung auseinander. Einen wesentlichen Grund dieser vermeintlichen Unvereinbarkeit sieht sie in einem Missverständnis von Evolution als ausschließlich mechanischem Prozess sowie einer polemischen Verzeichnung der Evolutionstheorie, wie sie z.B. Richard Dawkins vertritt, wenn er vom Menschen als „Überlebensmaschine“ oder „Gen-Roboter“ spricht. Demgegenüber spricht nicht nur der Unterschied von Methode einerseits und Weltanschauung andererseits für eine Vermittelbarkeit von Schöpfungstheologie und Evolutionstheorie. Da Evolution „nach vorn offen“ ist und damit gestaltbar, ist die Umwelt offen für Veränderungen durch Verhalten, sog. „Nischenkonstruktionen“, deren konkrete Ausgestaltung durch die sinnstiftende Kraft christlichen Glaubens motiviert und orientiert werden kann.

Einem ähnlichen Anliegen der Vermittlung von Schöpfung und Evolution folgte der Impuls von Farina Dierker M.A., die die Prozesstheologie als einen Vermittlungsversuch vorstellte. Prozesstheologische Entwürfe interpretieren und ergänzen „klassisch-“theologische Ansätze, indem sie versuchen, das Werden der Welt mitzudenken und Gott als Gott im Werden in Beziehung zu diesem Werde-Prozess zu verstehen. „Klassische“ Gottesprädikate wie Allmacht im Sinne einer Allwirksamkeit oder die aristotelische Vorstellung von Gott als „unbewegtem Beweger“ werden mithin durch die Prozesstheologie infrage gestellt. Stattdessen wird die Liebe Gottes als theologische Zentralkategorie betont, wonach Gott seine Schöpfung nicht auf eine bestimmte Entwicklung hin festlegt, sondern ihr Möglichkeitsräume eröffnet und durch Verlockung statt durch Zwang in ihr wirkt.

In den Diskussionen wurde besonders deutlich, dass die Frage nach dem Wirken Gottes in der Welt eine zentrale ist, wenn es um die Frage des „Miteinanders“ von Schöpfung und Evolution geht.

 

Der Graduiertennachmittag findet in der Regel einmalig pro Semester statt. Willkommen sind sowohl Graduierte der drei Theologien der Universität Osnabrück als auch weitere Interessierte.

Foto privat/Corinna Klodt

Das Graduiertenkolleg der Institute für evangelische, islamische und katholische Theologie will erkunden, was theologisch und interreligiös reflektierte religiöse Traditionen und spirituelle Praktiken zu einer produktiven Gestaltung religiöser Differenzen beitragen können.

Wir lassen uns dabei von der These leiten, dass Christentum und Islam von ihren normativen Überlieferungen her plural verfasst sind. Sie haben sich nicht nur plural ausdifferenziert (Pluralismusbildung I), sondern auch Formen entwickelt, mit religiös pluralen Konstellationen umzugehen (Pluralismusbildung II).